Teil 4: Die Unterrichtsstunde – mit Spaß und Erfolg lernen

25. Aug. 2014
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Unsere Serie hat zum Ziel, dass Sie einen Sprachkurs besuchen, der Spaß macht und zum Erfolg führt. In diesem Teil werden wir konkret: Woran bemisst sich die Qualität einer Unterrichtsstunde? Wir haben in diesem letzten Teil unserer Serie ein paar Beispiele und Ideen zusammen getragen, wie eine erfolgreiche Unterrichtseinheit ablaufen sollte.

Tipp 11: Der Einstieg in ein neues Thema – Qualität beginnt auf vertrautem Terrain!

Am Anfang eines neuen Themas steht in der Regel die Frage, was die Teilnehmer bereits zu diesem Thema wissen. Wenn wir beispielsweise in das Thema „Wohnen und Möbel“ einsteigen, dann können die Teilnehmer zusammen überlegen, welche Wörter für Möbel sie bereits kennen. Wie heißt z.B. das Ding, auf dem Sie sitzen? Wo schlafen Sie?

Es geht darum, einen lebendigen und erlebbaren Einstieg in das Thema zu finden. Eine gute Unterrichtseinheit setzt an Kenntnissen seiner Schüler an. Egal auf welchem Sprachniveau. Denn das Vertraute und Bekannte gibt Sicherheit und stärkt die Erfahrung, etwas zu beherrschen oder seine Fertigkeiten zu verbessern.

Tipp 12: Realistische Übungen und authentische Beispiele

Als nächstes sollte der Sprachlehrer eine authentische Vorlage einbringen. In unserem Beispiel: Wir schauen uns die Webseite eines Einrichtungshauses aus England an. Oder für einen Deutschkurs nehmen wir zum Beispiel den neuen IKEA-Katalog. Im nächsten Schritt müssen wir den Katalog bzw. Teile davon lesen und verstehen. Hier können die Teilnehmer bereits selbstständig Bedeutungen finden und wichtige Wörter notieren. So lernen Sie den Wortschatz, für den Sie sich interessieren und den Sie brauchen.

In einem guten Sprachunterricht arbeiten Sie mit realistischen Audio-Aufnahmen, mit vielen echten Bildern und Texten, mit Webseiten und authentischen Dialogen.

Tipp 13: Grammatik selber entdecken

Auch die Grammatik sollte natürlich nicht zu kurz kommen. Allerdings gibt es auch hier unterschiedliche Wege. Bleiben wir bei dem oben genannten Beispiel: Wir können beispielsweise mit einem kleinen Dialog arbeiten, in dem sich zwei Personen über den Möbelkauf unterhalten. Ich muss ein Sofa kaufen. Aber ich kann nicht viel bezahlen. Willst du mitkommen?

Hier kann der Sprachtrainer durch geschickte Hinweise die Aufmerksamkeit auf die Modalverben lenken (müssen, können, wollen, etc.) und fragen, was daran gegenüber dem bisher gelernten neu ist. Wir sehen, dass Modalverben am Ende des Satzes immer ein zweites Verb benötigen. Wir sehen, dass Modalverben unregelmäßige Verben sind (können – ich kann). Wir sehen…

So erarbeitet Sie sich die Grammatik gemeinsam mit Ihrem Sprachtrainer. Das ist viel interessanter und vor allem auch effektiver, als einfach nur fertige Regeln und Tabellen vorgesetzt zu bekommen.

Tipp 14: Richtig üben – Schritt für Schritt mit weniger Unterstützung

Die neuen Strukturen sind eingeführt, erklärt und verstanden – jetzt geht es ans Üben. Denn eine Sache ist das Verstehen und eine ganz andere Sache das eigenständige Benutzen. Und dieser Teil ist erfahrungsgemäß am schwierigsten.

Daher ist es wichtig, mit einfachen Übungen zu beginnen, in denen Sie viel Unterstützung  bekommen. Schritt für Schritt werden die Übungen immer schwieriger und das heißt, Sie erhalten immer weniger Hilfestellung: Bilder und Wörter zuordnen, Lückentexte ausfüllen, Satzteile verbinden, Sätze mit Vorgaben bilden, dem Partner Fragen stellen, seine eigene Wohnung beschreiben, etc.

Es kann sinnvoll sein, mit schriftlichen Übungen zu beginnen, aber möglichst bald sollten auch mündliche Übungen folgen. Keinesfalls sollten Sie im Unterricht lange Zeit mit schriftlichen Übungen verbringen, denn das können Sie auch zu Hause machen. Unser Ziel ist ja in der Regel mit den neuen Strukturen frei sprechen zu können – und gerade das sollte im Unterricht im Mittelpunkt stehen.

Ein guter Sprachtrainer findet dabei immer das richtige Maß: Sie fühlen sich sicher, sind aber gleichzeitig gefordert. Weder Langeweile einerseits noch Überforderung andererseits sollten hier aufkommen.

Tipp 15: Qualität will überprüft sein – können Sie sich erfolgreich mitteilen?

Wir wollen das erreichte Niveau in regelmäßigen Abständen überprüfen, denn nur so können wir gezielt neue Ziele angehen. Aber was ist ein geeigneter Test? Zum Beispiel schriftliche Aufgaben, in denen wir Lücken ausfüllen und richtige Antworten ankreuzen? Das ist doch sehr weit von der sprachlichen Realität entfernt.

Wie bereits gesagt, steht am Ende unserer Bemühungen das selbstständige Anwenden neuer Strukturen. Dabei geht es übrigens in erster Linie nicht darum, null Fehler zu machen. Sicherlich ist fehlerfreie Mitteilung wünschenswert. Viel wichtiger ist allerdings, dass Sie sich erfolgreich mitteilen können, dass andere Sie verstehen und Sie Ihren Gesprächspartner. Nur so gelangen Sie im Alltag an Ihr Ziel.

Ein guter Test schafft also realistische Situationen, die Sie dann sprachlich bewältigen müssen: Kann ich meine Wohnungseinrichtung beschreiben oder die Beschreibung eines Bekannten verstehen? Kann ich meine Aufgaben und Wünsche für den morgigen Tag mitteilen? So können Sie gemeinsam mit Ihrem Sprachlehrer jederzeit feststellen, ob Sie Ihre Ziele wirklich erreicht haben. Sie haben es geschafft? Dann viel Erfolg und viel Spaß mit der nächsten Lektion!

Genug erklärt und beschrieben. Machen Sie mit uns einen Probeunterricht und erfahren Sie konkret, wie unser Sprachunterricht aussieht. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage!